Vier zentrale Bestandteile

Japanische Gärten gestalten: Das Einmaleins des perfekten Zen

seo2b - Japanischer Garten

Klare Formen, perfekte Harmonie und das Gleichgewicht von Körper und Geist - Jeder japanische Garten ist ein Kunstwerk und bringt uns die Besonderheit der fernöstlichen Lebensweise näher.

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Klare Formen, perfekte Harmonie und das Gleichgewicht von Körper und Geist - Jeder japanische Garten ist ein Kunstwerk und bringt uns die Besonderheit der fernöstlichen Lebensweise näher.

Sie haben einen ganz eigene Zauber und sind das Sinnbild für inneres und äußeres Gleichgewicht: Japanische Gärten oder Zen Gärten sind nicht nur im fernen Asien sehr beliebt. Auch in Europa finden sich immer mehr dieser wunderschönen Gartenanlagen, in denen das perfekte Zen zum Greifen nahe scheint. Auch im eigenen Zuhause lässt sich ein wunderschöner Japanischer Garten zaubern.


Mit genügend Platz und den richtigen Bestandteilen wartet das perfekte Zen bald direkt vor der Haustür.Die Kunst der Japanischen Gärten entstammt dem Buddhismus und drückt viele Vorstellungen aus, die mit dieser uralten Lehre verknüpft sind. Die ältesten japanischen Gärten, auch wenn es merkwürdig klingen mag, sind im alten China belegt. Auch dort hat der Buddhismus das Leben bis heute geprägt und wirkt in Kunst und Kultur bis in unsere Zeit nach.

Die berühmtesten Zen Gärten sind heute in Kyoto zu bewundern, Japans kulturellem Zentrum. Sie umgeben den Ryoan-ji, den Tempel des zur Ruhe gekommenen Drachen. Sowohl der Tempel aus auch der berühmte Zen Garten gehören heute zum UNESCO Weltkulturerbe.
 

Vom Leben, den Elementen und der unendlichen Weisheit:
Die zentralen Bestandteile eines japanischen Gartens

Japanische Gärten stehen für Harmonie, Ruhe und innere Einkehr. Sie sind ein großes Kulturgut und versinnbildlichen die uralte Tradition des Buddhismus. Vier Bestandteile prägen die Anlage eines Japanischen Gartens und sie sind es, die das perfekte Zen zum Ausdruck bringen.
 

1. Bäume als Sinnbild des Lebens
 

Ein ganz zentraler Bestandteil eines japanischen Gartens sind die Bäume, die darin wachsen. Sie symbolisieren das Leben und damit den Ursprung aller buddhistischen Lehren. Bäume wachsen stetig und jede ihrer Zellen ist dabei ständig im Wandel. So wird in der buddhistischen Lehre auch das Leben gesehen, das sich immer wieder erneuert und weiter entwickelt.

Für den perfekten Zen Garten werden vor allem japanische Bonsais und Solitärbäume ausgewählt. Häufig handelt es sich dabei um sehr alten Baumbestand, der aus speziellen Baumschulen in Europa oder sogar direkt aus japanischen Anlagen verpflanzt werden. Mit der richtigen Pflege können diese wunderschönen Bäume über Jahrhunderte ihre Pracht entfalten.
 
2. Das Element der Reinheit, der Erlösung und der Vergänglichkeit

Wasser zählt im Buddhismus zu den fünf großen Elementen. Es ist ein wichtiger Bestandteil der buddhistischen Lehren und darf deshalb auch im Zen Garten nicht fehlen. Kaum etwas spiegelt die buddhistische Betrachtung des Lebens so wider wie das Wasser. Es ist Spiegel der Vergänglichkeit, Fluss des Lebens und ein Zeichen der Reinigung und Erlösung.

Im buddhistischen Glauben ist das Wasser klar und ruhig und symbolisiert damit die Ideale des Lebens und der inneren Einstellung. Wer dem klaren und ruhigen Fluss des Lebens folgt, kann sich immer wieder aufs Neue reinigen und schließlich die Erlösung finden.

In Zen Gärten darf das Wasser als Element deshalb auf keinen Fall fehlen. Künstlich angelegte Teiche und Wasserläufe zieren das Bild der meisten japanischen Gärten. In modernen Varianten des japanischen Gartens kann das Wasser auch in Form eines Swimmingpools eingebunden werden. Besonders beliebt sind auch kunstvoll angelegte Koiteiche, in denen kostbare Koikarpfen ruhig ihre Runden ziehen. Verschiedene Impressionen zur Einbindung von Wasser in den heimischen Zen Garten bietet der Ratgeber unter gartengestaltung.or.at.
 

seo2b - Japanischer Garten - Japan Kois im Koiteich - Japanischer Koi im Gartenteich

Ein Teich mit kostbaren Koikarpfen integriert das Wasser als Element der Reinigung, Erlösung und Vergänglichkeit auf lebendige Art und Weise im heimischen Zen Garten.

Gar nicht selten ist auch der Anblick von kunstvoll angelegten Sand- oder Kiesflächen an Stelle von Teichen oder Wasserläufen. Tatsächlich wird Sand in japanischen Gärten häufig als Symbol für Wasser eingesetzt. Je nach Lage des Gartens ist die Anlage eines Teiches oder einer anderen Wasserfläche nicht ohne weiteres möglich. Hier bieten speziell angelegte Beete aus Sand, Kies oder Steinen eine ästhetische Alternative. Solche Gartenanlagen aus Sand oder Kies finden sogar auf dem Balkon oder der Terrasse Platz und können sie mit wenig Aufwand in eine Oase der Ruhe und Entspannung verwandeln.

Üblicherweise werden in den Sand mit Gartenwerkzeugen, idealerweise mit einem speziellen Rechen aus Holz, geschwungene Linien eingearbeitet, die die Wellenbewegung des Wasser symbolisieren und den so den Fluss des Lebens lebendig machen sollen.

Die Einarbeitung der Wellenlinien in den Sand wird bereits als meditative Übung betrachtet, bei der Körper und Geist zur Ruhe kommen und zu perfekter Harmonie finden können. Ersetzen Sand, Kies und Steine in einem japanischen Garten das Wasser, haben die Zen-Mönche dafür eine spezielle Bezeichnung: "Kare-san-sui", die "trockene Landschaft".
 

3. Die unendliche Weisheit als Führer durch das Leben
 

Weisheit nimmt im Buddhismus einen hohen Stellenwert ein. Sie ist ein hohes Gut, das durch das Leben zu führen vermag. Deshalb bestimmt das Streben nach Weisheit und Erkenntnis auch den Lebensweg der meisten Buddhisten. Auch im Zen Garten hat die Weisheit als Symbol ihren festen Platz. Sie wird durch Moos dargestellt, das entweder breite Flächen bedecken oder in kunstvollen Gewächsen modelliert werden kann.

Tatsächlich ersetzen Moosskulpturen jegliche Form von Blumen und anderen Zierpflanzen im japanischen Garten. Bunte Blütenpracht sucht man hier vergebens. Das Moos ist aber nicht ein Symbol für die unendliche Weisheit, die es im Leben zu erringen gilt, sondern auch ein wertvoller Feuchtigkeitsspender für die gesamte Gartenanlage.

Im Moos sammelt sich viel Wasser, das lange gespeichert und nach und nach an die Umgebung abgegeben werden kann. So sorgt ein reichhaltiger Moosbewuchs für ein gesundes Klima im Garten.
 

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Moos, Sand und alter Baumbewuchs prägen das Bild eines klassischen japanischen Gartens, wie hier im Chiran Samurai district in Kagoshima, Japan.


4. Tiere als Zeichen des Verbunden Seins mit der Natur
 

Tiere sind im Buddhismus ein Symbol für die Verbundenheit mit der Natur. Sie sind untrennbar mit dem Kreislauf der Natur und des ganzen Lebens verwoben. Im japanischen Garten werden die Tiere in Form von Steinen dargestellt, die als einzelne Elemente oder auch als ganze Steinlandschaft in die Anlage integriert sein können.

Es kann sich dabei um naturbelassene Felsen oder Findlinge handeln aber auch um kunstvoll aus dem Stein gehauene Statuen. Bei aller Kunstfertigkeit darf allerdings die Natürlichkeit nicht verloren gehen. Denn japanische Gärten sollen immer der Natur nachempfunden sein und dies auch optisch ausstrahlen. Oft stellen Skulpturen im Zen Garten die Figur des Buddha dar oder auch steinerne Laternen. In diesem Fall symbolisieren die Steine häufig keine Tiere sondern die alten Gottheiten Chinas und Japans, deren Weisheit und Führung in den Garten hinabgerufen werden sollen.

Trotz ihrer Schönheit und Kunstfertigkeit sollten Steine und vor allem Steinskulpturen im japanischen Garten mit Bedacht eingesetzt werden. Besonders schön können sie wirken, wenn sie nur einzelne Akzente setzen und damit zu einem individuellen Blickfang werden.

Japanischen Gärten oder auch Zen Gärten wird eine beruhigende und entspannende Wirkung nachgesagt. Die klaren und einfachen Formen sorgen für innere Reinigung und Einkehr. Außerdem soll die intensive Pflege diese wunderhübschen Gartenanlagen einer Meditation gleichkommen, die eng an die meditativen Übungen der Zen-Mönche angelehnt ist.
 

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Innere Ruhe, Gleichmut und der perfekte Einklang mit dem Leben selbst - dafür stehen Zen Gärten seit Jahrtausenden.

Tatsächlich macht ein japanischer Garten aufgrund seiner Struktur und Beschaffenheit deutlich weniger Arbeit als ein herkömmlicher Garten unserer Breiten. Dadurch wird die Beschäftigung mit der Außenanlage zum entspannenden Vergnügen und nicht zur lästigen Pflicht.

Schon mit wenig Arbeitseinsatz entsteht eine kunstvolle Landschaft, die zum Verweilen, Entspannen und Reflektieren einlädt.Der heimische Zen Garten kann damit zu einer Oase echter Entspannung und innerer Einkehr werden, eben der perfekte Ort für die Suche nach innerer Harmonie, Ruhe und der unendlichen Weisheit des Lebens.

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