Schleichspiel mit schwarzem Humor

"Styx: Shards of Darkness" im Test: Dieser Goblin könnte Wiener sein

Styx: Shards of Darkness

Styx: Shards of Darkness (© Focus Home Interactive)

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Styx: Shards of Darkness

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Styx: Shards of Darkness

In "Styx: Shards of Darkness" dürfen Spieler bereits zum zweiten Mal in die Haut des ebenso diebischen wie grantigen kleinen Goblins Styx schlüpfen. Dabei gilt es, in weitläufigen Levels Menschen, Elfen und Zwerge auszutricksen, auszunehmen und - wenn unbedingt notwendig - heimtückisch um die Ecke zu bringen. Dabei hat der Spieler viele Freiheiten, die er allerdings mit der ein oder anderen Frusteinlage bezahlt.

Styx ist zurück! Der ebenso grantige wie diebische Goblin darf sich in "Styx: Shards of Darkness" wieder durch großräumige Levelareale schleichen und meucheln. Dabei gilt es Menschen, Dunkelelfen und Zwergen sowie allerlei ekligem Getier möglichst aus dem Weg zu gehen. Als klassisches Schleichspiel in der Tradition der legendären "Thief"-Reihe endet der direkte Kampf gegen die unzähligen Wachen nämlich in der Regel mit dem Tod des schmächtigen Goblins.

Zwar kann man Styx' Kampffähigkeiten durch Upgrades deutlich aufpolieren, das Spiel belohnt verdecktes und gewaltfreies Vorgehen jedoch viel großzügiger mit Erfahrungsboni. Diese können wiederum in den Ausbau der Schleich-Skills gesteckt werden. Tatsächlich macht das Schleichen auch viel mehr Spaß als das dürftige Kampfsystem. Wer einmal hämisch grinsend in einer schattigen Ecke gehockt ist und die arroganten Dunkelelfen-Wachen beobachtet, die nur wenige Zentimeter entfernt plaudern, kommt sich schon ziemlich überlegen vor.

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Orientierung geht manchmal flöten
Die weitläufigen Levels laden auch zum fleißigen Erkunden und Herumschleichen in alle Himmelsrichtungen und auf mehreren Ebenen ein. Diese Bewegungsfreiheit motiviert, kann allerdings auch etwas frustrierend sein, wenn man sich in den großen Arealen die Orientierung verliert. Viele Abschnitte haben nämlich einen symmetrischen Grundriss und ohne Kartenfunktion kann die Übersicht manchmal schnell flöten gehen.

Für etwas Frust sorgt zudem die leider relativ ungenaue Kletter- und Sprungsteuerung. Das war den Entwicklern offenbar bewusst, denn als besonderes neues Feature wird die praktische Quicksave-Funktion angepriesen. Oftmals ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, an welchen Vorsprüngen oder Kanten sich Styx festhalten und entlanghangeln kann und an welchen nicht. Die Folge daraus: So manche Klettereinlage endet mit dem virtuellen Ableben. Das lässt auch Styx selbst nicht kalt was er dem Spieler nach jedem Spieletod auch direkt mitteilt.

Grantelnder Goblin
Die kurzem Filmchen sind dank Styx' grantigem und zynischem Witz zwar anfangs unterhaltsam, wenn man fünfmal an der selben Stelle den Löffel abgibt, beginnen die Sequenzen allerdings etwas zu nerven. Leider können sie nicht deaktiviert werden.

Wer die Levels nicht nur allein erkunden will, der kann sie mit einem Mitspieler zusammen auch im Coop-Modus durchschleichen. Hier kann man seinem bösartigen Erfindungsreichtum freien Lauf lassen und gemeinsam allerlei heimtückischen Schabernack mit den Wachen treiben.

Fazit
Bei "Styx: Shards of Darkness" kommen Freunde klassischer Stealthgames à la "Thief" voll auf ihre Kosten. Wir haben den grantelnden Goblin mit der großen Schnauze sofort ins Herz geschlossen. Die vielen Möglichkeiten und Wege in den großen Levels laden zum Experimentieren und Ausprobieren ein. Da blicken wir auch großzügig über den ein oder anderen Frustabschnitt hinweg. Eine Kartenfunktion für mehr Übersicht hätten wir uns in so manchem Level aber gewünscht.
 

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