Wegen rechtlichen Problemen

Menschen in Leitzentrale sollen autonome Autos überwachen

Autonomes Fahren

Smarte Autos müssen miteinander und mit dem Straßennetz kommunizieren, fordert das Verkehrsministerium.

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Autonomes Fahren

Smarte Autos müssen miteinander und mit dem Straßennetz kommunizieren, fordert das Verkehrsministerium.

Roboterautos sind auch am derzeit stattfindenden Genfer Autosalon ein großes Thema. Während eifrig an den Technologien gefeilt wird, bleibt aber eine wichtige Frage noch offen: Rechtliche Fragen der Haftung, wenn etwas passiert.

Das Klären von Haftungsfragen und das Schaffen von Infrastrukturen seien die letzten Hürden des automatisierten Fahrens, heißt es in einer Studie des Reifen- und Technologiekonzerns Continental. "Hochautomatisiertes Fahren auf der Autobahn wird technisch bis 2020 machbar, es fehlt aber der internationale Rechtsrahmen", schreiben die Autoren. Mit den aktuellen Gesetzen sei es weltweit meist nicht möglich, dass sich der Fahrzeugführer mit anderen Tätigkeiten beschäftige.

"Luftraumüberwachung" für die Strasse
"Es ist gut möglich, dass auf dem Weg zum vollständig autonomen Fahren Leitzentralen mit Menschen die Überwachung von Gruppen von Autos übernehmen", sagt Michael Benz, Head of Solutions beim Dienstleister T-Systems. Grund dafür seien unter anderem rechtliche Schwierigkeiten, die sich ergeben, wenn Computersysteme die alleinige Herrschaft über die Autos übernähmen.

Der Experte vergleicht die Auto-Leitzentralen mit der Luftraumüberwachung. Mitarbeiter solcher privaten Zentralen, die auch von Autobauern selbst betrieben werden könnten, würden ganze Gruppen von Autos pilotieren.

Stark mit dem Thema autonomes Fahren und den Haftungsfragen beschäftigt sich Volvo. Um Erfahrungen zu sammeln, werden die schwedischen Autobauer dieses Jahr in einem Pilotprojekt rund 100 selbstfahrende Fahrzeuge auf ausgewählte Strassen in und rund um Göteborg fahren lassen. "Eine von Menschen besetzte Leitzentrale zur Unterstützung von autonom fahrenden Autos ist ein interessanter Ansatz", sagte Sascha Heiniger, Director Corporate & Brand Communication bei Volvo Schweiz. Das Unternehmen prüfe auch diese Option.

Google-Lösung
Zudem hat Google 2016 ein Patent eingereicht, wonach sich automatisierte Fahrzeuge bei Überforderung an ein menschliches Call-Center wenden können.

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