Theater-Skandal in Polen

Oralsex mit dem Fuß des Heiligen Johannes Paul II.

NUR THUMB

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt, die Kirche schäumt, die Politiker der polnischen Regierungspartei reden von "Gosse" und "ekelhaften Szenen", Kritiker demonstrieren vor dem Theater: In Warschau läuft am Teatr Powszechny "Der Fluch" von Oliver Frljic - Oralsex an Papst Johannes Paul II. und Gespräche über einen Mord an einem hohen Politiker inklusive. 

Im Skandal-Stück lässt der gebürtige Kroate Frljic seine Schauspieler über ein polnisches Theaterstück aus dem Jahr 1899 diskutieren. "Der Fluch" von Stanislaw Wyspianski handelt von einem geilen Pfarrer, der ein Dorf zerstört. Im Frljic-"Fluch" wird über Kindesmissbrauch durch Priester und die Ermordung von Parteichef Jaroslaw Kaczynski gesprochen. Der Papst sei ein "Verteidiger der Pädophilen", tönt es da von der Bühne. Für viele streng katholischen Polen ein Affront der Sonderklasse. Politiker und Medien laufen ebenfalls Sturm. 

Oralsex mit dem Fuß vom Heiligen Johannes Paul II.

Am Freitag feierte der "'Fluch" Premiere, seitdem demonstrieren verärgerte Bürger vor dem Gebäude in der Hauptstadt. Auch die Kirche hat sich schon zu Wort gemeldet. Die polnische Bischofskonferenz rief ihre Schäfchen zu Protestgebeten auf, findet, das Kreuz werde herabgesetzt.

Die Sprecherin der Regierungspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit) empört sich, dass das Stück eine "Gosse, eine Vergewaltigung von Grundsätzen der Kultur" sei. PiS-Abgeordneter Dominik Tarczynski: "So ein Benehmen ist strafbar, weil es die religiösen Empfindungen beleidigt. Die Szenen, die wir gesehen haben, Oralsex mit dem Fuß vom Heiligen Johannes Paul II., das Po-Abwischen mit der vatikanischen Flagge, das sind ekelhafte Szenen, die nichts mit Kunst zu tun haben." So etwas darzustellen sei "ein Verbrechen", so der Politiker. 

Ein mitgefilmtes Handyvideo aus dem Stück wird in den polnischen Medien auf- und abgespielt. Theatermacher und Autor verteidigen das Stück als "Fiktion". Trotzdem wird lautstark diskutiert, weil das Theater mit rund zwei Millionen Euro von der öffentlichen Hand subventioniert wird. 
 


 

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