Neuer Plan vom Land

40 Fischotter zum Abschuss freigegeben

Fischotter

Die Fischotter Population soll minimiert werden.

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Die Fischotter Population soll minimiert werden.

Ein neuer NÖ Managementplan von Naturschutzlandesrat Stephan Pernkopf enttäuscht die Tierschützer. 40 Fischotter sollen wegkommen, damit sich die Fische erholen können. Der WWF und Vier Pfoten wollen nicht, dass der Fischotter zum Sündenbock gemacht wird. Und finden, dass es hier keine Kompromisse gibt. Das Land NÖ soll den Ursachen des Rückgangs besser auf den Grund gehen.

An die 800 Fischotter tummeln sich derzeit in Niederösterreich, vor allem im Waldviertel. Bei Teichbesitzern hält sich die Freude an der regen Population in Grenzen. Die flinken Fischer bedienen sich gerne an den Fischen. Jetzt soll ein Managementplan ein Gleichgewicht herstellen. Unter anderem sollen 40 Otter - statt den beantragten 84 - getötet werden. Während sich Landesrat Stephan Pernkopf mit diesem Plan kompromissbereit sieht, ist der WWF ist über die Vorgangsweise enttäuscht. 

NÖ geht einen Sonderweg 
Die Niederösterreichische Landesregierung hätte sich etwa bei der Ausarbeitung ein Beispiel an der Erstellung der Managementpläne für Braunbär und Wolf nehmen können. Diese wurden unter Einbindung aller Interessensgruppen, der Bundesländer und des Umweltministeriums erstellt. "Niederösterreich beschreitet damit einen Sonderweg, der langfristig nicht zum Ziel führen wird, nämlich die Interessen von Naturschutz, Fischern und der Wasserwirtschaft auszugleichen", bedauert Pichler. Der WWF versteht die berechtigten Sorgen der Fischer und Teichwirte um ihre Fischbestände.

Fischotter als Sündenbock
Der Ursache für den besorgniserregenden Rückgang der Fischfauna liegt aber nicht am Fischotter sondern am katastrophalen Umgang des Menschen mit seinen Gewässern. Statt den Otter zum Sündenbock zu machen muss das Land NÖ endlich seriös untersuchen, was die tatsächliche Ursache für die schlechte Situation der Fische ist. Dazu will Pernkopf eine längerfristige Untersuchung machen lassen. Und mehr Beratungsstellen zur Verfügung stellen. 
Pernkopf

Landesrat Pernkopf sieht sich mit dem neuen Plan kompromissbereit.



Pernkopf: "Haben einen gute Kompromiss gefunden"
Eine weitere Maßnahme vom Land NÖ ist, dass das Aussetzen von fangfertigen Fischen eingeschränkt wird. Und die Förderung für Teichzäune wird vervierfacht. Landesrat Pernkopf meint: "Es muss einen Ausgleich geben. Und es wurde ein guter Mittelweg gefunden." Dem widerspricht der WWF. Für ihn ist der Fischotter wie eine Gesundheitspolizei, der nicht alles leer frisst. Sie fordern Stephan Pernkopf auf: Maßnahmen zur Information und Schadensprävention und wissenschaftliche Untersuchungen über den tatsächlichen Rückgang der Fischfauna haben jetzt Priorität. Auch Vier Pfoten kritisieren diese Erlaubnis des Landes diese geschützten Tiere zu töten. Ihrer Meinung nach habe sich Pernkopf den wirtschaftlichen Interessen der Fischerei gebeugt. 

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