Rechtsstreit in den USA

Germanwings-Absturz: Zivilklage gegen Pilotenschule geplant

Flugzeugabsturz in Frankreich

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Flugzeugabsturz in Frankreich

Flugzeugabsturz in Frankreich

Rund ein Jahr nach dem Germanwings-Absturz mit 150 Toten bereiten die Anwälte der Hinterbliebenen eine Zivilklage gegen die Lufthansa-Flugschule im US-Bundesstaat Arizona vor. Diese soll noch vor dem Jahrestag am 24. März eingereicht werden.

Co-Pilot Andreas Lubitz, der das Flugzeug während des Fluges von Barcelona nach Düsseldorf laut Ermittlern absichtlich zum Absturz gebracht haben soll, wurde in der Schule in Goodyear nach Phoenix ausgebildet. Laut Anwalt Christof Wellens, der viele Angehörige vertritt, trägt die Kaderschmiede Mitschuld am Unglück.

"Lubitz hat seine Pilotenausbildung 2009 wegen psychischer Probleme unterbrochen. Aus unserer Sicht hätte er danach keine Fluglizenz bekommen dürfen", sagte Wellens, der in seiner Karriere bereits 25 Opferfamilien der Concorde-Katastrophe im Jahr 2000 vertreten hatte.

Schmerzensgeld in den USA um Welten höher
In den USA sind wesentliche höhere Beträge an Schmerzensgeld und anderen Zahlungenmöglich. Pro Absturzopfer könnten bis zu fünf Millionen Dollar geltend gemacht werden, sagte Wellens. Allerdings müsse man diese individuell begründen und errechnen. Neben Schmerzensgeld sollen auch wirtschaftliche Verluste, Unterhaltsansprüche oder psychologische Betreuung abgegolten werden.

Wellens und sein Kollege Elmar Giemulla haben Entschädigungsangebote des Mutterkonzerns Lufthansa bisher ausgeschlagen. Diese seien zu niedrig, laut US-Schadenersatzrecht steht Angehörigen das 30-Fache des in Deutschland üblichen Betrags zu.
Germanwings hatte laut eigenen Angaben sofort 50.000 Euro gezahlt. Angekündigt wurden 25.000 Euro Schmerzensgeld für jeden Toten, nahe Angehörige sollten ohne nähere Überprüfung 10.000 Euro bekommen. Das ist in den Augen der Anwälte zu wenig.

Trauer um Absturzopfer von Flug 4U9525

Bewegende Szenen vor dem Gymnasium.
Bewegende Szenen vor dem Gymnasium.

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