15.000 Menschen pro Monat

Türkei droht Europa mit Flüchtlingswelle

Türkischer Innenminister Süleyman Soylu

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Türkischer Innenminister Süleyman Soylu

Der Streit zwischen der Türkei und der Europäischen Union eskaliert weiter. Der türkische Innenminister schießt erneut scharf und droht monatlich tausende Flüchtlinge über die EU-Grenze zu schicken.

Wie der "Focus" berichtet, krachen die türkischen Verbal-Kanonen erneut aus allen Rohren. Am Freitag drohte Innenminister : "Wenn ihr wollt, ebnen wir jeden Monat 15.000 Flüchtlingen den Weg, die wir Euch bislang nicht geschickt haben, damit ihr Euch einmal wundert". Das geht laut dem Magazin aus einem aktuellen Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu hervor. 

Die Drohung kommt nicht zufällig zu diesem Zeitpunkt: Vor fast genau einem Jahr hatten EU und Türkei den gemeinsamen Flüchtlingspakt unterzeichnet. 
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"Was geht euch das an?"
Deutschland und die Niederlande sollen sich nicht in türkische Angelegenheiten einmischen, so der Innenminister. "Wird die Verfassung etwa in Deutschland oder in den Niederlanden geändert? Was geht Euch das an? Wieso mischt ihr Euch ein? Habt Ihr etwa die Türkei in die Europäische Union aufgenommen? Habt Ihr die Türkei beim Kampf gegen den Terror unterstützt?", attackierte Soyglu.

Türkische Medien verglichen unterdes die deutsche Bundeskanzlerin Merkel mit Adolf Hitler:


Auch der türkische Außenminister, Mevlüt Cavusoglu, schimpfte am Mittwoch gen Westen und hatte gedroht das Flüchtlingsabkommen zu brechen. Cavusoglu forderte als Gegenleistung von der EU die Visumfreiheit für türkische Staatsbürger ein, die vor der Eskalation auf dem Verhandlungstisch lag. Gleichzeitig warnte er Europa vor "Religionskriegen".

Als symbolische Vorboten wollte die Türkei am Mittwoch vierzig niederländische Kühe des Landes verweisen.

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