Neue Umfrage

Streit um Chat GPT– Mehrheit der Schüler vertraut KI

Nur 40 Prozent der Schüler lässt sich bei Arbeiten nicht von künstlicher Intelligenz helfen. Das ergab nun eine neue Umfrage zum Matura-Start.

Wien Heute
Streit um Chat GPT– Mehrheit der Schüler vertraut KI
Problem für Lehrer: Künstliche Intelligenz schreibt für Schüler oft an Matura-Arbeit mit.
Istock (Symbolbild)

Für 41.000 Schüler in Österreich steht nun die Zentralmatura vor der Tür. Das Nachhilfe-Institut Lernquadrat hat zu diesem Zweck eine Online-Umfrage durchgeführt, um Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihre Schulzeit selbst zu bewerten. Das Ergebnis für die gesamte Schulzeit fällt eher mittelmäßig aus. Die Matura selbst hält der Großteil für veraltet und modernisierungsbedürftig.

Nicht genug für das "echte" Leben vorbereitet

Trotz jahrelangem Schulbank drücken und einem krönenden Abschluss mit Matura sind zwei Drittel der Maturanten verunsichert, denn auf das Leben nach der Schule wurden sie nur unzureichend vorbereitet. Insgesamt fehle es vor allem an Alltagswissen, also an jenen Themen, die im späteren Leben wichtig wären. Vom Umgang mit Geld und dem Abschluss von Miet-, Versicherungs- oder Kreditverträgen über Steuer- und Finanzthemen bis hin zu, wie man selbstständig einen Haushalt führt.

60 Prozent finden Chat GPT gut

Das Internet spielt aber auch im Zusammenhang mit der Vorwissenschaftlichen Arbeit eine große Rolle. Lehrern wird es durch KI-Programme wie ChatGPT aber unmöglich gemacht zu erkennen, ob die Arbeit von einem Schüler selbst geschrieben wurde. Das Thema polarisiert und stellt die VWA immer mehr in Frage. Maturanten empfinden die VWA aber zu 82 Prozent als sinnvoll und geben an, bei der Erarbeitung auch etwas gelernt zu haben. Nur 40 Prozent lehnen die Hilfe von KI-Programmen für die Erarbeitung strikt ab.

Matura: Deutlich Luft nach oben

Bei der Vorbereitung zur Matura setzt der Großteil auf das Internet samt Lernvideos und die anderen Klassenkollegen. "Mit einem Lernplan und in der Gruppe zu lernen, hat leider nur ein knappes Drittel vor. Dabei wäre gerade das so wichtig: Einerseits lernt es sich nach Plan wesentlich effizienter, andererseits bringt das Lernen in der Gruppe eigene Wissenslücken ans Tageslicht", weiß Angela Schmidt aus der Praxis als Lerntechniktrainerin im Nachhilfe-Institut.

Wunsch Nummer Eins: Mathe als Wahlfach

Die Auswahl der Pflichtfächer ist ein besonders großes Thema unter den befragten Schülern. Mehr als ein Viertel stimmte sogar dafür, Mathematik zu einem Wahlfach zu machen. Weiters war der Wunsch groß, die gesamten Prüfungen der Matura auf einen längeren Zeitraum zu verteilen, da so der Stressfaktor, der bei der Matura ohnehin sehr groß ist, geringer werden würde.

Als wesentlichen Erfolgsfaktor für den Weg zur Matura nennen 55 Prozent die Mitarbeit im Unterricht. Gefolgt von gutem Verhältnis zu den Lehrkräften, guter Prüfungsvorbereitung und regelmäßigem Mitlernen. Ein Fünftel setzt auf "Geschicktes Schummeln", in der Gruppe der schlechten Schüler sagen dies mit 37 Prozent fast doppelt so viele.

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    Für Lehrer ist es ja das schönste Feedback, wenn ihre Schüler das theoretische Wissen gleich in der Praxis anwenden.
    Für Lehrer ist es ja das schönste Feedback, wenn ihre Schüler das theoretische Wissen gleich in der Praxis anwenden.
    "Heute"

    Auf den Punkt gebracht

    • Über 41.000 Schüler in Österreich stehen vor der Zentralmatura und fühlen sich unzureichend auf das Leben nach der Schule vorbereitet
    • Die Matura selbst wird als veraltet angesehen und es gibt Forderungen nach einer Modernisierung
    • Die Schüler wünschen sich mehr Alltagswissen und eine bessere Vorbereitung auf das Leben nach der Schule, insbesondere in Bezug auf Finanzthemen und Haushaltsführung
    • Außerdem gibt es Diskussionen über die Rolle des Internets bei der Vorwissenschaftlichen Arbeit und die Möglichkeit von KI-Programmen
    • Schüler fordern außerdem eine flexiblere Fächerwahl und eine weniger stressige Prüfungszeit
    red
    Akt.